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Lester Young
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Lester Willis Young, genannt âPrezâ oder âPresâ (* 27. August 1909 in Woodville, Mississippi; â 15. März 1959 in New York City), war ein US-amerikanischer Tenorsaxophonist und Klarinettist. Lester Young war einer der prägendsten Saxophonisten des Jazz. Seine Spielweise markiert die Phase des Ăbergangs vom Swing zum Bebop. Charakteristisch waren â ganz im Gegensatz zum kraftvollen Sound von Coleman Hawkins â sein schlanker, heller Ton und sein elegantes Spiel. Einen hĂśrbaren Einfluss auf das Spiel von Lester Young hatte Frankie Trumbauer.cite-ref-1[1] Gemeinsam mit dem Gitarristen Charlie Christian und dem Bassisten Jimmy Blanton war er eine der SchlĂźsselfiguren des Jazz in den frĂźhen 1940er Jahren.
Darßber hinaus prägte Young auch den Umgang mit Harmonien und Rhythmen im Jazz. Seine harmonischen Substitutionen und seine Vorliebe fßr ungewÜhnliche Akkordfolgen waren wegweisend fßr die Entwicklung des modernen Jazz.
Contents
⢠Leben
⢠Die Kriegszeit
⢠Der Abstieg
⢠PersÜnlichkeit
⢠Kompositionen
⢠Ehrungen
⢠Aufnahmen
⢠Anmerkungen
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Leben
Die frĂźhen Jahre 1909â1934
Sein Vater Willis Handy Young war ein umherziehender Musiker und Musiklehrer, der am Tuskegee Institut studiert hatte und der mit Karnevals- und Minstrel Shows ständig auf Tournee war. Seine Mutter war eine Schullehrerin kreolischen Ursprungs.
Lester Young erzählte: âMein Vater war ein Karnevalsmusiker. Er konnte alle Instrumente spielen, obgleich er die Trompete am liebsten mochte. Er gab auch Gesangsunterricht und reiste unentwegt durch die Lande, und gab immer weiter Musikunterricht, bis er in den vierziger Jahren starb.âcite-ref-2[2]
Lester war noch ein Kind, als seine Familie nach New Orleans zog, nach Algiers auf die andere Seite des Mississippi. Er wuchs mit der Jazzmusik von New Orleans auf und verteilte Handzettel, in denen die Bands ihre Auftritte ankĂźndigten. Als Kind sah er seinen Vater selten, aber als er zehn war, kehrte der Vater zurĂźck und nahm ihn, seine Schwester Irma und seinen Bruder Lee in strengen Unterricht, mit der Absicht, eine Familienband zu grĂźnden. Um dieselbe Zeit lieĂen sich die Eltern scheiden. Lester spielte zunächst Schlagzeug, dann Ăźbte er Violine, eine Weile Trompete, dann Altsaxophon.
Als Lester Young ungefähr elf Jahre alt war, zog die Familienband der Youngs zunächst nach Memphis, lieà sich aber bald in Minneapolis nieder und tourte während der (schulfreien) Karnevalszeit durch Minnesota, Dakota und Kansas, mit Lester als Schlagzeuger und Plakatträger fßr die Minstrel-Shows.
Mit 18 Jahren Ende 1927 verlieĂ er nach einer der häufigen Streitereien mit dem Vater die Familienband, als diese in Texas tourte, und trat einer Gruppe namens Art Bronsonâs Bostonians bei, in der er meist Bariton- und Altsaxophon spielte, aber auch schon zum Tenorsaxophon wechselte, da der Tenorist der Band nicht sehr gut war. 1929 verlieĂ er die Bostonians, spielte kurz wieder mit der Familienband in New Mexico und trat im September 1930 Walter Pages Blue Devils bei, mit denen er einige raue Zeiten erlebte.
âWir, die âBlue Devilsâ, wurden wirklich ausgequetschtâ, erzählte er Leonard Feather, âund sollten vor drei Leuten spielen. Einmal wurden uns alle Instrumente abgenommen, und sie brachten uns zu den Eisenbahnschienen und sagten, wir sollten uns aus der Stadt machen âŚâcite-ref-3[3]
1931 arbeitete Lester Young nach diesem Erlebnis als âfreelanceâ in der Gegend um Minneapolis, wo er im Nest Club spielte (unter Eddie Barefield u. a.). Im FrĂźhjahr 1932 ging er mit den Thirteen Original Blue Devils auf Tour nach Oklahoma City, wo er Charlie Christian kennenlernte, und spielte mit der Band bis Mitte 1933.
In Minneapolis hĂśrte Young zum ersten Mal Count Basies Band: âIch pflegte die Basie Band die ganze Zeit im Radio zu hĂśren und fand, dass sie einen Tenoristen brauchen konnten. Sie spielten in Kansas City im âReno Clubâ. Es war verrĂźckt, die ganze Band ging ab, bis auf den Tenorspieler. Ich Ăźberlegte mir, dass es so nicht weitergehen konnte. Also schickte ich Basie ein Telegramm. Er hatte mich schon vorher gehĂśrt. Wir beide pendelten regelmäĂig zwischen Minneapolis und Kansas City hin und her.âcite-ref-4[4]
Benny Carter erinnerte sich an Young in Minneapolis: âAls ich 1932 auf Tour mit den McKinneyâs Cotton Pickers war, waren wir in Minneapolis und jemand erzählte uns von einem wunderbaren Altsaxophonspieler in einem Club im Ort. Ich ging hin, um âPrezâ zu hĂśren, und war vĂśllig hingerissen. Das war das grĂśĂte Ding, was ich je gehĂśrt hatte.â
Lester Young hatte sich alle Frank-Trumbauer- und Bix-Beiderbecke-Platten gekauft (âFrank war mein Idol!â). Er mochte den Klang von Trumbauers C-Melody-Saxophon und seine Art der Annäherung an die Melodie, was ihn in der Ausbildung seiner eigenen Spielweise beeinflusste.cite-ref-5[Anm 1] Durch Bud Freemans einzigartige Phrasierung und Timbre wurde er schlieĂlich auf das Tenorsaxophon gebracht.
Inzwischen war Coleman Hawkins der âKĂśnigâ auf dem Tenorsaxophon, und nachdem Lester Young zum Tenor gewechselt hatte, entwickelte er auf seinem Hauptinstrument einen Coleman entgegengesetzten Stil, weniger kĂźhn hervortretend und extrovertiert als der des fĂźnf Jahre älteren Hawkins. Young war inzwischen nach AuflĂśsung der Original Blue Devils Mitte 1933 nach Kansas City gezogen, wo er mit der Bennie Moten-George E. Lee Band, Clarence Love und King Oliver spielte. Aufmerksamkeit erregte er in Jamsessions Dezember 1933, in denen es zu einem musikalischen Wettstreit mit Coleman Hawkins von der Fletcher Henderson Band kam. Nach einem ersten kurzen Engagement im Count Basie and His Cherry Blossom Orchestra 1934, nachdem er aus Motens Orchester kam und seinen Platz mit Herschel Evans tauschte, der von Basie zu Moten ging, verlieĂ er die Gruppe im März, um Hawkins vorĂźbergehend in der Fletcher Henderson Band zu ersetzen. Sein zu Hawkins gänzlich unterschiedlicher Stil stieĂ aber bei den Bandmitgliedern auf wenig Gegenliebe und er verlieĂ die Band nach wenigen Monaten.
Die Basie Band 1934â1940
Schon bald ging Lester Young nach Kansas City zurĂźck (als Teil der Band von Andy Kirk), versehen mit einem Brief von Fletcher Henderson, in dem dieser versichert, ihn nicht gefeuert zu haben. 1935 arbeitet er auf âfreelanceâ (freischaffender) Basis in Kansas City und Minnesota (u. a. in den Bands von Boyd Atkins und Rook Ganz). 1936 war er wieder Mitglied der Count Basie Band; der Plattenproduzent John Hammond hĂśrte ihn und machte mit Lester am 9. Oktober 1936 seine erste Platte; vier StĂźcke, in Chicago mitgeschnitten, als sie ein Engagement im âGrand Terraceâ hatten, mit Basie, dem Trompeter Carl âTattiâ Smith, der Rhythmusgruppe aus Walter Page und Jo Jones, sowie dem Sänger Jimmy Rushing. Als die Platten bei Vocalion Records unter dem Namen Jones-Smith Inc. erschienen, wurde klar, dass es sich um eine neue Art von Musik handelte. âĂkonomisch, weniger ist mehrâ, schrieb Gunther Schuller sehr viel später.cite-ref-6[5] Insbesondere Oh, Lady Be Good! machte ihn unter Musikern bekannt.
Drei Monate später nahm das ganze Count Basie Orchestra in New York City seine erste Session (dokumentiert auf The Original American Decca Recordings), und schnell erfuhr die damalige Jazzszene, dass es eine neue Art und Weise des Saxophonspiels gab.
Dexter Gordon beschreibt diesen Moment: âHawkins hatte wirklich alles MĂśgliche getan und war ein Meister auf seinem Horn, aber als Prez erschien, hĂśrten wir nur noch ihn. Prez hatte einen vĂśllig anderen Klang, einen, auf den wir alle gewartet hatten; der erste, der wirklich eine Geschichte auf dem Tenor erzählte.â
Die Ankunft von Lester Young in der Basie Band 1936 ging zeitlich einher mit einer fßnfjährigen Abwesenheit von Coleman Hawkins, der in Europa war. Ein gewichtiger Faktor dafßr, dass Lester fßr seine innovativen Experimente mehr Zuspruch bekam, als es mÜglich gewesen wäre, wenn Hawkins noch die ganze Aufmerksamkeit der amerikanischen Jazzszene auf sich gezogen hätte.
Nun erlebte er die fruchtbarste und glĂźcklichste Zeit seiner Karriere. In den so genannten âTenor Battlesâ lieferte sich Lester Young musikalische Schlachten mit seinem Bandkollegen Herschel Evans, der in der Hawkins-Tradition stand und den Basie effektvoll Young gegenĂźberstellte. Als Evans 1939 plĂśtzlich starb, Ăźbernahm Lester dessen musikalische Rolle in der Band. Dessen Tod erschĂźtterte ihn so sehr, dass er stark zu trinken anfing.
Jo Jones erinnert sich: âDamals hatte Lester grĂśĂten Respekt und Bewunderung fĂźr Herschel Evans; als er starb, war es gerade so, als wĂźrden Zwillinge sterben. Er wollte seinen Mantel nehmen und den Sitz verlassen, aber die Jungs brachten ihn zurĂźck.â
Auch seine Aufnahmen mit kleinen Gruppen wie den Kansas City Six/Five (Lester leaps in 1939) und insbesondere mit der Sängerin Billie Holiday machten ihn bekannt. Seinen Spitznamen âPrezâ (oder âPresâ), gemeint ist âthe presidentâ, hatte er von Billie Holiday oder âLady Dayâ, wie er sie titulierte. Seit sie 1937 gemeinsame Plattenaufnahmen gemacht hatten, bestand eine enge Freundschaft zwischen beiden, die trotz längerer Zeiten, in denen sie sich nicht sahen, bis zu Youngs Tod 1959 anhielt. Ein Zeichen seines wachsenden Ruhms zeigte die Teilnahme an den Carnegie Hall Konzerten Benny Goodmans 1938.
Die Kriegszeit
1940 verlieĂ Lester Young die Basie Band. Sein Bruch mit Count Basie liegt in seiner komplexen PersĂśnlichkeit begrĂźndet: Er weigerte sich, an einem Freitag, den 13. an einer Aufnahmesitzung mitzuwirken. Danach leitete er Anfang 1941 eine kurzlebige Gruppe im Jazzclub Kellyâs Stable auf der New Yorker 52nd Street. Im Mai 1941 trat er mit seinem Bruder, dem Schlagzeuger Lee Young, in ein Sextett ein, mit dem er in Los Angeles und im September 1942 im Club CafĂŠ Society in New York spielte. Trotz all der Bewunderung und der Publicity, die ihm entgegenschlug, gelang es ihm nicht eine Band Ăźber einen längeren Zeitraum zu halten; er war einfach nicht der geborene Bandleader. Die Partnerschaft mit seinem Bruder endete 1943 und Lester fand sich â welche Ironie â als Sideman in einer Band wieder, die von dem fähigen, aber nicht bedeutenden Tenorsaxophonisten Al Sears geleitet wurde.
Im Dezember 1943 stieg er so abrupt, wie er ausgestiegen war, wieder in die Count Basie Band ein. Dieses zweite Mal war ihre Zusammenarbeit zwar nicht so spektakulär wie von 1936 bis 1940, hielt aber während des ârecording banâ 1942/44 an; daher gibt es keine offiziellen Plattenaufnahmen aus dieser Zeit. 1944 gewann er das erste Mal die Down Beat Polls als bester Tenorsaxophonist und gelang mit âSometimes I'm Happyâ auf #5 der âHarlem Hit Paradeâ.
Ein halbes Jahr später â Lester Young hatte die Basie Band 1944 wieder verlassen â wurde er in die U.S. Army eingezogen. Nach den Aufnahmen zum Musikkurzfilm Jamminâ the Blues wurde er buchstäblich von der BĂźhne geholt (er hatte mehrere Einberufungsbescheide ignoriert) und eingezogen, wie auch gleichzeitig der Schlagzeuger der Band Jo Jones. Im Gegensatz zu vielen berĂźhmten anderen Jazzmusikern (insbesondere weiĂer Hautfarbe) lieĂ man ihn nicht in einer Army-Band mitspielen â eine Strafe dafĂźr, dass ihn erst das FBI an seine Dienstpflicht in Kriegszeiten erinnern musste. Stattdessen diente er als gewĂśhnlicher Infanterist und wurde in Fort McClelland (Alabama) zu Hilfsdiensten in einem Armeehospital herangezogen. Der sensible Young konnte sich nur schwer an das Armeeleben gewĂśhnen â schon den obligatorischen Kurzhaarschnitt fand er entwĂźrdigend. Wegen eines Drogendeliktes (man fand bei ihm Marihuana) und eines rassistischen Zwischenfalls mit einem Major (der bei der Durchsuchung seines Spinds ein Bild von Lester Youngs Verlobten, einer WeiĂen, fand) wurde er vom Kriegsgericht zu fĂźnf Jahren Gefängnis verurteilt, was schlieĂlich in ein Jahr im Armeelager Fort Gordon in Georgia umgewandelt wurde. Ein Armeepsychiater diagnostizierte ihn als âkonstitutionellen Psychopathenâ, da Young nichts Schlimmes an dem Konsum von Marihuana fand, der damals bei Musikern aus New Orleans weit verbreitet war. Die Bedingungen im Straflager waren hart, allerdings âdurfteâ er sonntags vor Offizieren spielen. Diese Erlebnisse haben Lester Young, der ein feinsinniges fast kindliches GemĂźt besaĂ und sich nie in den bĂźrgerlichen Normen zurechtfand, erheblich traumatisiert.cite-ref-kunzler1324-7-0[6] Sein Aufenthalt im Straflager der Armee gab Anlass zu seiner Komposition D. B. Blues (D. B. fĂźr âdetention barracksâ).
Als Lester Young nach seiner unehrenhaften Entlassung gegen Ende des Jahres 1945 wieder auf die Jazzszene der New Yorker 52nd Street zurĂźckkehrte, fand er die Jazzwelt mitten in einem Umbruch: Der Bebop war angesagt, und eine neue Generation von jungen Tenorsaxophonisten hĂśrte seine Platten und begann, seine musikalischen Ideen zu absorbieren. FĂźr seine Bewunderer und Imitatoren fand Lester Young wenig Zeit: Er bevorzugte den Mainstream Jazz und hĂśrte privat Easy-Listening-Musik von Frank Sinatra oder Dick Haymes. Young hatte zunächst groĂe Probleme, sich musikalisch und persĂśnlich im zivilen Leben zurechtzufinden.
Die âAladdinâ-Sessions 1945â1947
Kurz nach seiner RĂźckkehr auf die Jazzszene ging Lester Young nach SĂźdkalifornien, wo er mit Ed Mesner, Inhaber des kleinen Musiklabels Philo Records â später Aladdin Records â einen Plattenvertrag abschloss. Die von Leonard Feather produzierten âAladdinâ-Sessions (1975 verĂśffentlicht von Blue Note unter dem Titel The Complete Aladdin Recordings of Lester Young) von Juli 1945 bis Dezember 1947 zählen zu den bedeutendsten Aufnahmen, die Lester Young nach seiner Zeit in der Basie Band aufgenommen hat. In dieser Periode teilte Lester seine Zeit auf in seine Auftritte bei den Jazz At The Philharmonic-Konzerten von Norman Granz, mit dem er lange in Verbindung bleiben sollte (Granz nahm Lester fĂźr Mercury Records und seine eigenen Jazzlabel Clef und Norgran, später Verve Records auf) und Nachtclubauftritte und Aufnahmen mit seinen eigenen Bands, zu denen der junge Bebop-Pianist Argonne Thornton (alias Sadik Hakim), die Bassisten Red Callender und Curly Russell, die Gitarristen Fred Lacey, Chuck Wayne, Nasir Bakaraat und die Schlagzeuger Henry Tucker und Roy Haynes gehĂśren sollten. Im Dezember 1945 nahm er fĂźr Aladdin Records auch Platten mit der Sängerin Helen Humes auf, die Granz produzierte.
Die erste âAladdinâ-Session fand im Dezember 1945 mit einem alten Kollegen aus der Basie Band statt, mit dem Posaunisten Vic Dickenson, der 1940 bis 1941 bei Basie war, und einem jungen Bebop-Pianisten namens Dodo Marmarosa. In dieser Zeit entstanden in kleiner Besetzung âGlanzlichter des Jazzâ,cite-ref-kunzler1324-7-1[6] wie die Titel These Foolish Things, Itâs Only A Paper Moon, Lover Come Back to Me, Sheâs Funny That Way oder Youâre Driving Me Crazy. Nach den âAladdinâ-Sessions 1947 begann der gesundheitliche und kĂźnstlerische Abstieg von Lester Young.
Der Abstieg
Lester Young war mit Jazz at the Philharmonic jeweils im FrĂźhjahr 1952 und 1953 in Europa. Schon seit 1946cite-ref-8[7] hatte er mit Norman Granz auf dessen Clef und Norgran-Label, später auf Verve Records Plattenaufnahmen gemacht.cite-ref-9[Anm 2] Bis 1958 nahm Norman Granz den Tenoristen auf, unter anderem mit den Trompetern Roy Eldridge und Harry Sweets Edison, den Pianisten Nat King Cole, John Lewis, Teddy Wilson, Hank Jones und Oscar Peterson, dem Gitarristen Freddie Green, Barney Kessel, dem Bassisten John Ore, Ray Brown, den Schlagzeugern Buddy Rich, Jo Jones und J. C. Heard. Es entstanden in dieser Zeit â stilistisch dem Mainstream Jazz zuzuordnen â noch eine Reihe von Glanzlichtern, so StĂźcke wie Up ânâ Adam (1950, mit Nat Cole), Undercover Girl Blues (1951, mit John Lewis), Gigantic Blues (1956, mit Vic Dickenson und Roy Eldridge) und Prezâ Return (1956, mit Teddy Wilson) sowie 1952 das Norgran-Album Lester Young with the Oscar Peterson Trio.cite-ref-kunzler1325-10-0[8]
Insgesamt waren die Sessions fĂźr Norman Granz nur noch ein schwacher Abglanz des groĂen alten âPräsidentenâ. Aber oft funkelte es noch in ihnen, und man spĂźrte noch immer etwas vom Genie dieses groĂen Musikers â etwa auf der Verve-Platte The Jazz Giants â56 mit Teddy Wilson, Roy Eldridge, Vic Dickenson und anderen groĂen Swingmusikern.cite-ref-11[9] Neben diesen erfolgreich verlaufenden Sessions kam es aber auch zu katastrophalen Situationen, als ein vĂśllig alkoholisierter Lester Young Auftritte platzen lieĂ, zusammenbrach oder zumindest musikalisch enttäuschte.cite-ref-kunzler1325-10-1[8]
Ein längerer Krankenhausaufenthalt ab November 1955 brachte nur eine vorĂźbergehende Besserung seines zerrĂźtteten gesundheitlichen Zustands. Die letzten Verve-Sessions fĂźr Granz geben davon ein Zeugnis ab: Die Doppelsession vom 7. und 8. Februar fand kurz nach seinem Aufenthalt im New Yorker Kings County Hospital statt. Ihm, dem 49-Jährigen, wurde gesagt, wenn er nicht sofort mit dem Trinken aufhĂśre, wäre er bald tot, dennoch hĂśrte er nicht auf. Hinzu kam eine mangelnde Widerstandskraft aufgrund einer Unterernährung. Es schmerzt, die meisten Aufnahmen dieser Session anzuhĂśren, aber der erĂśffnende Klarinetten-Chorus auf They Canât Take That Away from Me ist das letzte groĂartige Dokument seiner Aufnahmekarriere: âVorsichtig, tastend, unerhĂśrt sich windend.â 1957 spielte er noch einmal mit dem Count Basie Orchester auf dem Newport Jazz Festival; im Dezember begleitete er noch einmal Billie Holiday bei der Fernsehaufzeichnung von Fine and Mellow.
Währenddessen war auch seine dritte Ehe in die BrĂźche gegangen. Seine Probleme waren fĂźr jeden offensichtlich. Er wohnte ab FrĂźhjahr 1958 nicht mehr in seinem Haus, sondern im Hotel Alvin direkt gegenĂźber dem Musikertreffpunkt Birdland (an der Ecke der 52. StraĂe und des Broadway), wo sich eine Frau um ihn kĂźmmerte. Er zeigte zwar Zeichen von Erholung und spielte im Juli in Newport mit Jack Teagarden, hatte aber immer wieder RĂźckfälle. Meist war er in seinem Hotelzimmer, wo er bis zu drei Flaschen Gin am Tag trank und mit Vorliebe Sinatra-Platten hĂśrte. Bisweilen war nicht zu Ăźbersehen, wie betrunken er in einem Stuhl gegenĂźber dem Club saĂ und sich vorstellte Saxophon zu spielen.
SchlieĂlich besuchte er â u. a. mit den Birdland All Stars â 1959 Paris und hatte im Blue Note-Club einen katastrophalen Auftritt. Ben Benjamin, der Chef des Clubs berichtet: âLester war sehr krank, als er fĂźr mich spielte. Er war fast apathisch. Er wollte nach Hause fahren, weil er, wie er sagte, mit den franzĂśsischen Ărzten nicht sprechen konnte. Er hatte ein MagengeschwĂźr und ich glaube, er trank etwas zuviel âŚâcite-ref-12[10]
Lester Young kehrte vĂśllig erschĂśpft nach New York zurĂźck. Kurze Zeit später entdeckte ihn eine Freundin in seinem Hotelzimmer im Koma. Er starb an Herzversagen, letztlich aber an den Folgen seiner Alkohol- und Drogenabhängigkeit und den verschiedenen Krankheiten, die in den Jahren zuvor seine Gesundheit untergraben hatten. âPrezâ erlitt das Schicksal anderer groĂer Jazzmusiker wie Charlie Parker oder Billie Holiday, die wenig später nach ihm starb; sie erlitt bei Erhalt der Nachricht von Youngs Tod einen Zusammenbruch. Auf der Fahrt zur Beerdigung äuĂerte sie zu Leonard Feather, dass sie wahrscheinlich die nächste sei.
Lester Youngs Grabstätte befindet sich auf dem Evergreen Cemetery (Pine Plains, New York).
PersĂśnlichkeit
Leonard Feather beschreibt Lester Youngs PersĂśnlichkeit in einer Anekdote, die ihm von einem frĂźheren Mitspieler Youngs erzählt wurde: âIch schenkte ihm einmal ein Paar Schuhe, und eines Tages kam ich rein und fand sie in seinem Papierkorb. Dann erst begriff ich, dass es welche mit harten Sohlen waren, und er pflegte immer nur Mokassins oder Slipper zu tragen.â Diese Geschichte zeigt, was das Wesen von Lester Young als Mensch und als Musiker ausmachte. Er war grundsätzlich freundlich, blieb aber dennoch einsam; einer, der sich in dieser Welt von âone night standsâ, Hotelzimmern, Agenten, Saufgelagen in schäbigen Clubs und der Rassentrennung und Diskriminierung nicht zurechtfand, was einen schrecklichen HĂśhepunkt in seinen Erlebnissen während der Armeezeit fand.
Ein Agent sagte von ihm: âLester hat die Sensibilität eines Charles Baudelaire oder James Joyce. Er lebt in einer eigenen Welt, und was auĂerhalb dieser Welt ist, ist Prezâ Ăberzeugung nach nicht auf der Welt. Aber: diese seine eigene Welt ist eine wunderbare Welt, die mild und freundlich und lieblich istâ. Der Schlagzeuger Jo Jones meinte: âAlles was irgend ein menschliches Wesen verletzt, verletzt ihnâ.cite-ref-13[11]
Nähe zu Sprache und Gesang
Lester Young prägte den Satz: âEin Musiker sollte den Text der Musik kennen, die er spielt.â Lester Young versucht, wenn er Ăźber eine Melodie improvisiert, den Text dieser Melodie unmittelbar und ohne Worte an den HĂśrer heranzutragen. âDen grĂśĂten Teil meiner Zeit verbringe ich, indem ich Schallplatten mit Sängern hĂśre und die Texte der verschiedenen Songs zu lernen versucheâ, meinte Lester Young.cite-ref-berendt85-14-0[12] Young hielt die Kenntnis der Song-Texte fĂźr unabdingbar, âum nicht einfach Ăźber die Changes zu dudelnâ, wie er am Spiel seiner Zeitgenossen zu bemängeln hatte.cite-ref-kunzler1321-15-0[13]
Der Schlßssel zu Lester Youngs melodisch souverän ßber Takt- und Formperioden hinweg schwingenden Improvisationen liegt eben gerade in seiner PersÜnlichkeit und ihrer erklärten Nähe zu Sprache und Gesang.cite-ref-kunzler1321-15-1[13]
Kompositionen
Lester Youngs Kompositionen sind meist Varianten, die auf den in den 1930er Jahren populären Standards des Great American Songbooks oder auf lang etablierten Akkordfolgen basieren, wie der D. B. Blues ein Blues im 12-12-8-12-Format, der auf I Got Rhythm beruht. Lester Blows Again nutzt die damals oft verwendeten harmonischen Grundlagen von Honeysuckle Rose. Wichtige Kompositionen sind Easy Does It, Movinâ With Lester, Lester Blows Again, Lester Leaps In, Lester Smooths Out, UpâNâAdam, Neenah, Undercover Girl Blues, Lester Swings, Ad Lib Blues (Young/Oscar Peterson), Waldorf Blues, Jumpinâ with Symphony Sid, Rocka-Bye-Basie (mit Shad Collins, Count Basie), Taxi War Dance und Tickle Toe.
Stimmen seiner Kollegen
âWenn man sich vollends darĂźber klar geworden ist, dass Lester Youngs Originalität unerschĂśpflich ist, dann hat man begriffen, weshalb er eine Klasse fĂźr sich ist. Nie schleicht sich ein Fehler ein; man erlebt einen Ăźberragenden Solisten, dem niemals die Ideen ausgehen, der niemals einem anderen etwas klaut: eine absolut eigenständige Person.â
â
Boris Vian
âIch weiĂ noch, wie Lester schon damals in Kansas City im Subway Club kĂźhle Klänge auf seinem Tenor blies. Das war ein ganz kleiner Laden [âŚ]. Als ich Lester zum ersten Mal hĂśrte, war ich Ăźberrascht. Er brauchte mehrere Chorusse, um in Fahrt kommen, aber dann, Menschenskind, was fĂźr ein Horn!â
â
Mary Lou Williams
âIch habe eine Zeit lang in der Basie Band gesungen, und Lester wohnte bei meiner Mutter und mir zu Hause. Ich gab ihm den Namen âPresidentâ, er nannte mich âLadyâ, und meiner Mutter gab er den Namen âDuchessâ. Wir waren die kĂśnigliche Familie Harlems. Pres und Herschel Evans dachten immer nur daran, wie einer den anderen Ăźbertrumpfen kĂśnnte. Man fand sie im Orchesterzimmer, wie sie an ihren Blättchen herumschnitzten, es immer wieder mit neuen und anderen versuchten und alles nur Denkbare taten, um den anderen zu Ăźberrunden. Einmal fragte Herschel Lester: âMensch, warum spielst du nicht Alt? Du hast einen Ton, der ist fĂźrân Alt geschaffen!â Lester tippte sich an die Stirn: âHier oben passieren die Sachen, mein Lieberâ, sagte er zu Herschel, âdie meisten von euch sind primitive Burschen. BloĂ Bauch und sonst nichts.ââ
â
Billie Holiday
âJeder, der ein Instrument spielt, drĂźckt das aus, was er denkt. Lester spielte einen Haufen musikalischer Phrasen, die in Wirklichkeit Worte waren. Er konnte buchstäblich auf seinem Horn sprechen. Das ist seine Art von Gespräch. In 85 Prozent der Fälle kann ich sagen, worĂźber er spricht. Ich kĂśnnte seine Gedanken auf Papier schreiben â auf Grund dessen, was ich aus seinem Horn hĂśre. Benny Goodman machte sogar ein MusikstĂźck aus einer Phrase, die Lester gespielt hat: âIch brauche etwas Geldâ.â
â
Jo Jones
âEs war einfach diese absolut groĂartige Musik, die er machte. Es war nicht, dass es ihm besonders gut gegangen wäre, sondern er war vĂśllig daneben. Wir dachten uns nichts dabei. Wir lieĂen ihn da einfach abseits auf einer Bank sitzen. ...es war auch nicht einmal sehr traurig. Ich erinnere mich nicht, dass irgend wer gesagt hätte:âIch glaube, er stirbt baldâ. Daran dachten wir nicht.â
â
Milt Hinton
, 1957
Einfluss auf den Jazz
Der Jazz-Historiker Marshall Stearns markierte seine historische wie seine kĂźnstlerische Position; er nannte ihn den âCezanne des Jazzâ: Wie Paul CĂŠzanne die moderne Kunst vorbereitete, so bereitete Lester Young den modernen Jazz vor.cite-ref-20[18]
Joachim-Ernst Berendt schreibt zum Einfluss Lester Youngs: âDer Klang des modernen Jazz ist â um ein Wort des Arrangeurs Bill Russo zu gebrauchen, âtenorisiertâ. Der Mann, der ihn tenorisiert hat, ist Lester Youngâ.cite-ref-21[19] So war auch der Klang des Miles Davis Capitol Orchesters 1948â50 eine âOrchestrierungâ des Tenorsaxophonspiels von Lester Young. Nach Berendt waren alle wichtigen Tenorsaxophonisten der 1950er Jahre, selbst Alt- und Baritonsaxophonisten, Trompeter, Posaunisten, Pianisten des Cool Jazz von Lester Young beeinflusst.
Ekkehard Jost geht der Frage nach, was all die Musiker so sehr an der Spielweise Lester Youngs faszinierte. Als indirekte Erklärung fĂźhrt er ein Zitat von John Hammond an: âBenny Goodman sagte mir einmal eine interessante Sache Ăźber Lester. Er sagte, Lester wäre die einzige Person, die jemals einen reinen Klang auf dem Tenor erreichte. Benny war stets der Meinung, dass Ben Webster und Coleman Hawkins und die anderen zu hart zupackten und einen Sound hätten, der kein ânatĂźrlicherâ Tenorsound war.â
Youngs Spiel beeinflusste Paul Quinichette so stark, dass er Vice President genannt wurde. Kurz bevor Lester Young starb, komponierte Charles Mingus als Reverenz an ihn das StĂźck Goodbye Pork Pie Hat (auf Mingus Ah Um, 1959). Der Titel spielt auf den fĂźr Young typischen flachen Hut an. In dem franzĂśsischen Spielfilm Um Mitternacht (Round Midnight) von Bertrand Tavernier basiert die erfundene Figur des âDale Turnerâ (im Film gespielt von Dexter Gordon) in Teilen auf den Erfahrungen Lester Youngs in Paris und in New York nach seiner RĂźckkehr kurz vor seinem Tod.
Lee Konitz sagte Ăźber ihn: âUnd dann der Sound von Lester Young auf den alten Basie-Platten! Richtig schĂśner Tenorsaxophonklang, reiner Klang. Darauf kommt es an. Auch beim Alt; reiner Klang. Wieviel Leute hat er beeinflusst, wie viele Leben! Denn er ist entschieden der Ausgangspunkt all der Dinge, die dann geschahen. Und sein rhythmisches Konzept! Komplex bei aller Einfachheit! Wie soll ich das analysieren? Sollen wir dem Kind einen Namen geben? Dann lasst uns âpolyrhythmischâ sagenâ.
Ehrungen
1959 wurde Lester Young posthum in die American Jazz Hall of Fame gewählt. In einer Umfrage Leonard Feathers unter 101 fĂźhrenden Musikern 1956 nach ihrem âall time favouriteâ wurde mit absoluter Mehrheit â noch vor Hawkins und Stan Getz â Lester Young genannt.
Aufnahmen
Aufnahmen 1938â1954
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Hauptartikel
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Liste der Schellackplatten von Lester Young
Diskografie (Auswahl)
⢠Kansas City Six: The Kansas City Sessions (1936â1938), Commodore
⢠Billie Holiday: The Quintessential Billie Holiday, Vol. 3 (1936â37), Vol. 4 (1937), Vol. 5 (1937â38), Vol. 9 (1940â42), Columbia
⢠The Savory Collection 1935â1940 (Mosaic Records, Livemitschnitte des Basie-Orchesters aus den Jahren 1938â40)cite-ref-22[20]
⢠Nat King Cole: 1941â1943, Classics
⢠Billie Holiday: Lady In Autumn (1946â59), Verve
⢠Lester Young: The Complete Savoy Recordings (Savoy Records, 1944â52)
⢠The Complete Aladdin Recordings of Lester Young (Oktober 1945 â Dezember 1947), Blue Note Re-Issue Series
⢠Bird and Pres - The '46 Concerts Jazz at the Philharmonic (Januar/April 1946)
⢠Jazz At The Philharmonic (ab 1946), Clef/Verve von Norman Granz produzierte Liveaufnahmen in wechselnder Besetzung.
⢠Lester Young: Prezâs Hat, Vol. 1 â Vol. 5, (1938â1955), Philology Allein Prezâs Hat, Vol.1 enthält u. a. den einzigen Live-Mitschnitt aus dem legendären Pariser âBlue Noteâ (There Will Never Be Another You) sowie eine Live-Aufnahme von This Is Always / I Cover the Waterfront mit einer Piano-Einleitung von Hank Jones.
⢠Lester Young: The Complete Verve Studio Sessions (1946â1958), Verve Enthält die gesamten von Norman Granz auf Mercury, Clef, Norgran und Verve Records produzierten Aufnahmen.
⢠Lester Young And The Piano Giants (1946â1956), Verve mit Harry âSweetsâ Edison, Roy Eldridge, Vic Dickenson, Nat King Cole, Hank Jones, John Lewis, Teddy Wilson, Freddie Green, Ray Brown, Jo Jones, Buddy Rich
⢠Lester Young Trio (1943, 1946), Verve mit Dexter Gordon, Harry âSweetsâ Edison, Red Callender, Buddy Rich
⢠Boston 1950 (Uptown, ed. 2013)
⢠Lester Young with the Oscar Peterson Trio (Norgran/Verve) (auch unter: The President Plays With The Oscar Peterson Trio, 1952 (Verve)) Musiker: Lester Young (ts), Oscar Peterson (p), Barney Kessel (g), Ray Brown (b), J. C. Heard (dr)
⢠Pres An Sweets (1955), Verve, mit Harry âSweetsâ Edison, Oscar Peterson, Herb Ellis, Ray Brown, Buddy Rich
⢠Laughinâ to Keep from Cryinâ (Verve, 1958) mit Sweets Edison, Roy Eldridge, Hank Jones, Herb Ellis, George Duvivier, Mickey Sheene
Kompilationen (Auswahl)
⢠Classic Columbia, Okeh and Columbia Lester Young with Count Basie (1939â1940). Mosaic, 2008, 4 CDscite-ref-23[21] â mit Carl Smith tp, Walter Page, Jo Jones, Jimmy Rushing, Buck Clayton, Shad Collins, Dan Minor tb, Freddie Green, Harry Sweets Edison, Ed Lewis, Benny Morton, Dicky Wells, Earle Warren, Buddy Tate, Jack Washington bs, Helen Humes, Lee Castle tp, Glenn Hardman organ, Al Killian, Vic Dickenson, Tab Smith, Benny Goodman, Charlie Christian
⢠Classic 1936-1947 Count Basie and Lester Young Studio Sessions (Mosaic, ed. 2016)cite-ref-24[22]
Film- und Fernsehaufnahmen
Der 10-minĂźtige Kurzfilm von GjĂśn Mili Jamminâ the Blues von 1944 (bei dem Norman Granz als Berater wirkte) zeigt Lester Young in einer Jam-Session mit Illinois Jacquet, Sweets Edison, Marie Bryant, Barney Kessel, Red Callender, Sid Catlett, Jo Jones.
1950 zeigten Granz und Mili den Musiker in Improvisation.
Seine einzige Vokal-Aufnahme fand im Rahmen der Jazz at the Philharmonic-Konzerte am 28. November 1952 statt (It takes two to Tango), wurde aber erst in den 1980ern verÜffentlicht. Granz wollte ursprßnglich, dass Young damit im Konzert auftrat. Young wollte sie aber nicht verÜffentlicht wissen und lieà deshalb während der Aufnahme einige vulgäre Phrasen fallen.cite-ref-25[23]
Bei dem Auftritt fßr die CBS-TV-Reihe The Sound Of Jazz von Billie Holiday mit dem Stßck Fine and Mellow am 8. Dezember 1957 wird die Sängerin von Lester Young, Gerry Mulligan, Doc Cheatham, Ben Webster, Mal Waldron Milt Hinton. Osie Johnson und Danny Barker begleitet. Beeindruckend ist der kurze Ausschnitt, als Lady Day während des Solos von Lester Young in sich hineinlächelt.cite-ref-26[24]
Anmerkungen
cite-note-5Anm 1. â Die stilistische Ăhnlichkeit ist auf Aufnahmen wie For No Reason At All In âCâ von 1927, das Trumbauer zusammen mit Bix Beiderbecke [cn,p] und dem Gitarristen Eddie Lang aufgenommen hat, sehr gut zu hĂśren.
cite-note-9Anm 2. â AusfĂźhrlich dokumentiert auf den acht CDs der Complete Lester Young Studio Sessions on Verve
Literatur
⢠Frank BĂźchmann-Møller: You just fight for your life â the story of Lester Young. New York, Praeger 1990
⢠Frank Bßchmann-Møller: You got to be original, Man! The Music of Lester Young (kommentierte Diskografie)
⢠Werner Burkhardt, Joachim Gerth: Lester Young, Pegasus Verlag, Wetzlar 1959
⢠Douglas Henry Daniels: Lester Leaps in: the life and times of Lester âPresâ Young. Beacon Press, Boston 1990
⢠Luc Delannoy: Pres â the Story of Lester Young. University of Arkansas Press, 1993
⢠Arrigo Polillo: Jazz. Piper, MĂźnchen 1984, Kapitel âLester Youngâ
⢠Lewis Porter: Lester Young. Twayne, 1985
⢠Lewis Porter (Hrsg.): The Lester Young Reader. Smithsonian Press, Washington D.C. 1991
Weblinks
Commons
: Lester Young
â Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
⢠Lester Young: The Complete Aladdin Sessions (Vol. 1), arte, 8. September 2006, Reihe: â30 Jahrhundertaufnahmen des Jazzâ, von GĂźnther Huesmann
⢠Die Jones-Smith Inc. Aufnahmen von 1936
⢠Lester Young Bio aus der Ken Burns Reihe
⢠Anderson: Biografie. (Memento vom 7. November 2011 im Internet Archive)
⢠Diskografie. (Memento vom 3. April 2011 im Internet Archive) Duke.edu
⢠Lester Young bei Discogs
⢠Douglas Henry Daniels: Lester Young. Eintrag bei Mississippi Encyclopedia, 11. Juli 2017, zuletzt aktualisiert am 24. Mai 2018.
⢠Lester Young in der Datenbank Find a GraveVorlage:Findagrave/Wartung/Gleiche Kenner im Quelltext und in Wikidata
Einzelnachweise
cite-note-11. â Richard Cook, Brian Morton: The Penguin Guide to Jazz on CD. 6. Auflage. Penguin, London 2002, ISBN 0-14-051521-6, S. 1588.
cite-note-22. â Nat Hentoff, Nat Shapiro: Jazz erzählt â Hear Me Talkinâ To Ya. Nymphenburger Verlag, MĂźnchen 1959, S. 320
cite-note-33. â Leonard Feather: Liner Notes zu Lester Young â The Complete Aladdin Recordings (Blue Note). Der Zwischenfall ereignete sich 1933 in Martinville, West Virginia, und war das Ende der Original Blue Devils.
cite-note-44. â Nat Hentoff, Nat Shapiro: Hear Me Talkinâ To Ya. Penguin, 1959, S. 300. Ăbersetzt nach Hentoff, Shapiro
cite-note-65. â Donald Clarke: Billie Holiday. Wishing on the Moon. Eine Biographie. Piper, MĂźnchen 1995, S. 156
cite-note-kunzler1324-76. â Martin Kunzler: Jazz-Lexikon. Rowohlt, Reinbek 1993, S. 1324
cite-note-87. â Dave Gelly: Liner notes zu The Complete Lester Young Studio Recordings. Verve, 1999. So nahm Lester Young mit Nat King Cole und Buddy Rich fĂźr Grantz I Cover the Waterfront im März oder April 1946 auf. Sie erschienen zusammen in den âJubilee showsâ der Armed Forces Radio Service
cite-note-kunzler1325-108. â Martin Kunzler: Jazz-Lexikon. Rowohlt, Reinbek 1993, S. 1325
cite-note-119. â Joachim-Ernst Berendt: Das Jazzbuch. KrĂźger, Frankfurt/Main 1976, S. 86
cite-note-1210. â Joachim-Ernst Berendt: Das Jazzbuch. KrĂźger, Frankfurt/Main 1976, S. 86. Dem Journalisten Postif gegenĂźber sagte er um diese Zeit, dass er bald sterben wĂźrde. Jazz Hot, April 1959, zitiert nach Polillo: Jazz.
cite-note-1311. â Joachim-Ernst Berendt: Das Jazzbuch. KrĂźger, Frankfurt/Main 1976, S. 84
cite-note-berendt85-1412. â Joachim-Ernst Berendt: Das Jazzbuch. KrĂźger, Frankfurt/Main 1976, S. 85
cite-note-kunzler1321-1513. â Martin Kunzler: Jazz-Lexikon. Rowohlt, Reinbek 1993, S. 1321
cite-note-161. Boris Vian: Stolz und Vorurteile â Schriften, Glossen und Kritiken zum Jazz. Hannibal, Wien 1990. Plattenkritik zu Lover Come back To me / Itâs Only a Paper Moon
cite-note-172. Nat Hentoff, Nat Shapiro: Jazz erzählt â Hear Me Talkinâ To Ya. Nymphenburger Verlag, MĂźnchen 1959, S. 323
cite-note-183. Nat Hentoff, Nat Shapiro: Jazz erzählt â Hear Me Talkinâ To Ya. Nymphenburger Verlag, MĂźnchen 1959, S. 324 f.
cite-note-194. Donald Clarke: Billie Holiday. Wishing on the Moon. Eine Biographie. Piper, MĂźnchen 1995, S. 486. Milt Hinton zum TV-Auftritt Lester Youngs mit Billie Holiday am 8. Dezember 1957
cite-note-2018. â Joachim-Ernst Berendt: Das Jazzbuch. KrĂźger, Frankfurt/Main 1976, S. 83
cite-note-2119. â Joachim-Ernst Berendt: Das Jazzbuch. KrĂźger, Frankfurt/Main 1976, S. 82
cite-note-2220. â The Savory Collection 1935-1940 (Mosaic Records). Abgerufen am 16. August 2021.
cite-note-2321. â Classic Columbia, OKeh, and Vocalion Lester Young with Count Basie 1936-1940 (Mosaic Records). Abgerufen am 16. August 2021.
cite-note-2422. â Classic 1936-1947 Count Basie And Lester Young Studio Sessions (Mosaic Records). Abgerufen am 16. August 2021.
cite-note-2523. â Dave Gelly: Being Prez â the Life and Music of Lester Young. Equinox Publishing, Oxford University Press, 2007, ISBN 1-84553-058-6, S. 120
cite-note-2624. â Donald Clarke: Billie Holiday. Wishing on the Moon. Eine Biographie. Piper, MĂźnchen 1995, S. 486